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Reisezeitraum: Dezember 2016
Zielort: El Cuyo
Summary:
Ich verbrachte einige Tage auf Yucatan. Insgesamt kann man sagen:
- sehr sicher
- gut erschlossen
- guter Straßenzustand
- abseits der touristischen Gegenden ist das ein Mexico, wie man es sich vorstellt, freundliche, nette Leute, die kein (kaum) Englisch sprechen und bemüht sind, Fremden ihr Land zu zeigen und zu erklären
23.12.2016
Ich habe einen Flug mit Condor nach Cancun gebucht. Der Flug war in allen Belangen unspektakulär. Angekommen dauerte das Warten bei der Einreisekontrolle über eine Stunde. Dann wollte ich meinen Mietwagen abholen und bekam zur Auskunft, dass die Reservierung von Dertour nicht vorliege, ich hätte die Wahl, keinen Mietwagen zu nehmen oder einen eigenen zu mieten, der Voucher jedenfalls war nichts wert, da die Reservierung trotz Nachfrage in der Europcar Zentrale nicht im System vorhanden war. Ich mietete also das gleiche Fahrzeug nochmals, der Preis betrug noch rund 150 Euro für eine Woche incl. der (in Mexico schlechteren) Versicherungen. Hier kannte ich die Qualität der Straßen noch nicht und hatte dementsprechend schlechte Laune, weil ich befürchtete, auf den Schäden des Fahrzeuges sitzen zu bleiben. Außerdem war es inzwischen mitten in der Nacht und ich hatte noch knapp 3 Stunden Fahrt vor mir.
Endlich im Besitz des Mietwagens fuhr ich nach Cancun in die Stadt und dort zum Wal-Mart, um mich für die Woche mit dem Nötigsten einzudecken, da ich nicht wußte, welche Versorgungslage ich in El Cuyo vorfinden würde.
Anbschließend fuhr ich los und trotz der Dunkelheit war ich überrascht, wie gut man auf den Straßen fahren konnte. Lediglich die Schwellen in jeden Dorf sind mörderisch, falls man eine übersehen sollte...
Ich hatte den Haushältern der Fewo gesagt, ich käme nach 2 Uhr am Morgen und kurz vor 3 war ich dann auch da. Wer nicht da war, waren die Haushälter. Völlig übermüdet und noch nicht im Besitz einer mexikanischen SIM Karte, telefonierte ich über das Satellitentelefon und ließ es klingeln, bis dann endlich halb 5 am Morgen jemand ziemlich ungnädig ranging und.... wieder auflegte. Also ließ ich es weiter klingeln, irgendwann kamen die Haushälter und schlossen auf. Leider paßte der Schlüssel nicht richtig ins Schloß, sodass auch hier nochmal eine Viertel Stunde verstrich.
Gegen 5 konnte ich mich dann ins Bett legen und schlief erst einmal ein paar Stunden.
24.12.2016
Als ich aufwachte, schaute ich mich im Zimmer erst einmal um. Ich hatte in der Erwartung (gemäß der Beschreibung der FeWo) eine geräumige Wohnung vorzufinden, tatsächlich war es ein kleines Zimmerchen mit einem Bett, einem kaputten Moskitonetz, eine Nasszelle und eine Kochnische...nicht das, was ich erwartet hatte, weswegen ich die Casa Maya Lodge in El Cuyo auch in keinem Fall empfehlen kann. Nach einem kleinen Frühstück schaute ich mir Strand und Dorf an. Am Strand gab es mindestens 100 Häuser, die zu einem großen Teil nicht vermietet waren, sodass man auch sehr gut (wenn man tagsüber ankommt) vor Ort etwas anmieten kann.

Der Strand in El Cuyo ist ein Kitesurfstrand, es geht ein stetiger Wind und eine gute Brandung, das Wasser dort eignet sich nicht zu schnorcheln, aber man kann toll schwimmen und kiten. Es gibt jede Menge Pelikane und Fregattvögel, der Strand ist voll mit tollen großen Herzmuscheln.

Der Ort El Cuyo hat eigentlich alles, was man zum täglichen Bedarf benötigt, Obst, Gemüse, frische Tortillas, Restaurants, Drogerie, SIM Karte und normale Lebensmittel gibt es alle. Es gibt weder eine Bank noch ATM, überwiegend wird nur Bargeld akzeptiert, große Scheine bringen die kleinen Händler auch schon mal in Verlegenheit, weil sie nicht wechseln können. 10 Tortillas kosten 2 Peso, Langusten im Restaurant 299 Peso. es ist also für jeden Geschmack und jeden Geldbeutel etwas dabei.
Eine Tankstelle gibt es wohl auch am Hafen, der Einfachheit halber tankte ich jedoch immer unterwegs in den Städten bei normalen Tankstellen (die übrigens keine internationalen Kreditkarten akzeptierten und alle Cash wollten).

Am Abend gönne ich mir ein Weihnachtsessen, es ist in der Tat sehr lecker, 2 Gänge sind fast zu viel. Ich bezahle ca. 500 Peso, aber nicht, weil es so teuer ist, sondern weil ich soviel bestelle und probiere. Punkt 18 Uhr stürzen sich die Moskitos auf die Anwesenden im Restaurant, welches sich im Ort befindet, am Strand gibt es wegen des Windes kaum einmal einen. da ich mich am Tag schon mit OFF eingegeckt habe, ist das aber kein Problem. Um 21 Uhr ist der Weihnachtsgottesdienst in der kleinen Kirche, eigentlich will ich da hin, aber dann schlägt der Jetlag zu und ich muß kurz vorher schlafen gehen.
25.12.2016
Heute ist der erste Entdeckungsfahrtag. Auf dem Programm steht vor allem Ek Balam.
Ich fahre aus dem Ort raus. El Cuyo liegt wie eine Halbinsel, so dass die Straße rechts und links von Lagunen gesäumt ist (wir würden hier Bodden dazu sagen). Im seichten Wasser stehen große Gruppen Flamingos.
Hinter dem Ort sehe ich erstmals die Straße, die ich vorher nachts gefahren war. Ab und zu kommt ein Dorf, dazwischen wechseln sich Wald und Buschsteppe ab. Auf dem Weg entdecke ich den Cenote Kikil, erkundige mich dort nach den Öffnungszeiten und fahre erst einmal weiter.

In Ek Balam angekommen schaue ich mir die Bauwerke an. Es sind nur ungefähr 100 Touristen da, grad so viele, dass man sich nicht völlig einsam vorkommt, weil Ek Balam mitten im Wald steht. Erst 1997 (wieder)entdeckt und seitdem freigelegt und restauriert gefällt mir die Anlage sehr gut. Man darf auch noch die Treppen der Pyramiden hoch steigen. Die Pyramide selbst kann man nicht so gut sehen, da großflächig Schilfdächer gebaut wurden, um die gefundenen Fresken und Skulpturen vor Wind und Wetter zu schützen. Ich bleibe etwa 2 Stunden in der Anlage. Nebenan gibt es auch einen Cenote, allerdings bin ich mit der Zeit etwas geizig und schaue es mir nicht an...vielleicht beim nächsten Mal, denn die Bilder davon sehen toll aus.

Anschließend fahre ich nach Valladolid, eine kleine Kolonialstadt mit schönem Zentrum. Es gibt einen (Weihnachts)markt im zentralen Park, eine Bank mit ATM, und ich esse lecker in einem Restaurant mit Blick auf den Park im Schatten der Kirche. Als ich wieder los fahre, wird es grad dunkel, da auch hier die Fahrzeit wieder mehr als 2 Stunden betragen wird, habe ich für den Tag auch genug gesehen. Als ich schon unterwegs bin, fällt mir ein, dass Mexico wohl ziemlich unvollständig ist, wenn man keinen Tequila hat, also fahre ich über Tizimin, eine weitere kleine Stadt mit teilweise kolonialen Bauten. Es braucht 3! Anläufe, bis ich einen Markt finde, der auch Alkohol verkauft. Bier gibt es überall, aber bei Tequila, insbesondere, wenn man Auswahl haben möchte, ist das etwas anderes. Schließlich werde ich fündig, habe auch eine große Auswahl. Mezcal allerdings gibt es nicht, vielleicht ist Yucatan zu weit südlich?

Anschließend fahre ich zurück nach El Cuyo.
26.12.2016
Ich habe mir vorgenommen, immer einen Fahrtag von einem Strandtag begleiten zu lassen, also liege ich faul rum, mache einen sehr langen Strandspaziergang und starte den Tag mit einem Frühstück im Restaurant anstatt es mir selbst zuzubereiten.

Am Strand gehe ich soweit, bis es keine menschlichen Siedlungen mehr gibt, immer auf der Suche nach Zeichen auf ein Schildkrötengelege. Leider finde ich nichts, obwohl mehrere Leute erzählt haben, dass Meeresschildkröten hier ihre Eier ablegen. Entweder bin ich jedoch nicht weit genug gegangen oder die Gelege werden hier nicht, wie in anderen Ländern, gekennzeichnet und vor Fraßfeinden geschützt. Auf der anderen Seite des Strandes schaue ich etwas wehmütig den Kitern zu, da sich nach meiner Knie-OP und akutem Tennisarm dieser Sport wohl erstmal erledigt hat.

27.12.2016
Heute fahre ich Richtung Rio Lagartos. Obwohl der Strand Luftlinie nur ca. 30 km von El Cuyo entfernt ist, sind es über die Straßen kapp 140 km und somit wieder 2 Stunden. Hier schaue ich mir zunächst bei den Salinen die vielen verschieden farbigen Seen an. Die Farbe erhalten sie durch unterschiedlichen Wasserstand sowie durch die in ihnen lebenden kleinen Shrimps, die wiederum die Nahrungsquelle der Flamingos darstellen, was wohl dann auch der Grund für deren Farbe ist.

Nach den Seen fahre ich an dem Ort Rio Lagartos nochmals vorbei in den Fischerort San Felipe. Es ist wirklich ein idyllischer Fischerort. Vorgelagert sind kleine Inseln, auf die man sich rüber fahren lassen kann, um zu baden und sich zu sonnen. Ich hingegen suche mir ein leckeres Restaurant und esse zu Mittag, genieße die Kleinhafenatmosphäre und fahre dann anschließend nach Rio Lagartos. In diesem Ort hat man sich auf Bootsfahrten in das umliegende Vogelparadis spezialisiert. Mitten im Ort wird man auf unschöne Weise angesprochen, also fahre ich durch auf das etwas 2km außerhalb liegende Restaurant “Chiquila” zu. Hier gibt es ebenfalls einen Anlegesteg mit Booten, man wird sehr viel freundlicher und keineswegs agressiv wie im Ort angesprochen und so mache ich vonb hier aus am späten Nachmittag und somit gutem Fotolicht meine Fahrt.

Zu dieser Jahreszeit gibt es nur wenige Flamingos, weniger sogar als in El Cuyo, aber dafür kommt man mit dem Boot natürlich auch viel näher ran. Ein Krokodil sehe ich leider nicht, schade, denn die gibt es hier auch.
Nach der Fahrt wird es eben dunkel, ich fahre in den Ort zurück, die Drücker sind jetzt alle weg, sodass ich in aller Ruhe zu Abend essen kann, bevor ich anschließend wieder nach El Cuyo zurück kehre. Wenn man nachts fährt, sieht man (leider) viele überfahrene Nasenbären und ab und zu eine Schlange. Die stellen dann die Nahrung für die Geier am kommenden Morgen dar.
28.12.2016
Auch heute wieder ein ruhiger Strand und Lesetag, ein Spaziergang am Strand und durch El Cuyo.

29.12.2016
Heute endlich will ich nach Chichen Itza. Da ich mir aufgrund der wieder langen Anfahrt es nicht antun möchte, vor dem Ansturm da zu sein, entscheide ich mich dafür, erst am Nachmittag dort einzutreffen. Deswegen fahre ich nach dem Frühstück erst einmal zu dem Cenote Kikil, den ich auf der fahrt nach Ek Balam gefunden hatte und nehme dort ein erstes erfrischendes Bad. Der Eintritt kostet 70 Pesos, alles ist sehr ordentlich und sauber und...ich habe das Cenote ganz für mich allein. Einzig ein Mann beobachtet, vermutlich ist er so etwas wie ein Bademeister, und nachdem ich die eigentlich obligatorische Schwimmweste abgelehnt hatte, will er wohl sicher gehen...

Nach dem Bad fahr ich weiter und sehe auf dem Weg ein weiteres Cenote (Dzitnup), nun sehr viel touristischer, aber auch ganz anders und somit auch sehr schön. Hier ist der Eintritt etwas teurer, es gibt ein Maya Dorf, ein Tequila Museum, ein riesiges Touri-Restaurant und einen großen Souvenir-Shop. Das Wasser ist etwas kälter und auch hier ist das Schwimmen erfrischend und macht Spaß.

In Valadolid habe ich mich vorher mit etwas Bargeld ausgestattet und so komme ich wie geplant gegen 3 Uhr am Nachmittag in Chichen Itza an und sehe, daß ich mich nicht verkalkuliert hatte: die Massen sind bereits wieder am weg fahren. Dennoch sind natürlich noch viele Touristen auf dem Gelände. Ich bleib bis zum Schluß dort und bin irgendwann tatsächlich mit der Pyramide allein. Kurz überlege ich, ob ich die 2 Stunden noch überbrücke bis zur Nachtshow, die wirklich toll sein muß, aber im Hinblick auf die dann noch notwendige Rückfahrt und den hoher Eintrittspreis von 450 Pesos nur für die Nachtshow verzichte ich darauf.


Statt dessen fahre ich nach Tizimin. Hier hatte ich habe nur kurz eingekauft, mir jedoch nicht die Stadt angesehen, von der ich auch angenehm überrascht bin, nicht zuletzt, weil auch noch irgendein Fest stattfindet und die ganze Stadt nachts um 10 noch auf den Beinen ist. Ich esse sehr lecker zu Abend, betrachte den Rummel und fahre anschießend nach El Cuyo zurück.
30.12.2016
So spät die Haushälterin bei meiner Anfahrt am ersten Tag kam, so früh steht sie bei meiner Abreise in der Tür. Früh um 7, ich liege noch im Tiefschlaf kommt sie und erklärt mir, ich müsse jetzt ausziehen, sie müsse sauber machen, es kämen neue Gäste. Kurz versuche ich, ihr zu erklären dass ich für 7x24 Stunden bezahlt hätte, gebe es aber schnell auf und sage ihr, mein Flieger ginge erst um kurz vor 23 Uhr, ich würde das Zimmer gegen 17 Uhr verlassen. Darauf hin meint sie, sie wolle das Zimmer nicht im Dunkeln sauber machen, woraufhin ich sie bitte, nicht ihr Problem zu meinem zu machen. Als Kompromiss frage ich sie, wann denn die neuen Gäste kämen, mit welchem Flieger und ob mit Fahrer oder Mietwagen. Als sie keine Auskunft geben kann, schicke ich sie los, dies erst rauszufinden und mache mir erst einmal Frühstück, packe und gehe an den Strand. Um 11 kommt sie und hat ein Whatsapp dabei, dass die Gäste gegen 15 Uhr einträfen. wir einigen uns darauf, dass ich um 14 Uhr das Zimmer verlassen habe und so ist jeder zufrieden.
Um 13 Uhr fahre ich dann schon aus El Cuyo raus und bewege mich langsam auf bislang unbekannten Straßen von einem Dorf zum nächsten. Ich komme durch ein Dorf, welches sich Cenote Azul nennt und frage natürlich, ob es den Cenote auch gibt. Tatsächlihc meinen 2 Frauen: ja, im Wlad , diese Richtung etwas 10 Minuten. Ich fahre los und bringe jetzt auf dem unbefestigten Waldweg den Kleinwagen an die Grenzen seiner Offroadfähigkeit. Nach ein paar Versuchen ende ich wieder einmal an einem kleinen Feld. Ich spähe in den Walf hinein und richtig, da ist etwas dunkles, was sich als Einsturzstelle erweist und den kleinen Cenote freilegt. Eine Familie ist am Baden. Ich geselle mich zu Ihnen und wir quatschen etwas, ich schaue mich um und dann entdecken wir eine circ 2 Meter lange Schlange.

In 10 Sekunden haben die Frauen die Kinder geschnappt und sind mindestens 10 Meter auf Abstand gegangen. Die Schlange erscheint mir nach einem Blick in die Augen mit den runden Pupillen nicht gefährlich, was durch den herangeholten Dorfältesten eine viertel Stunde später auch bestätigt wird. “No mal” meint er labidar und wendet sich wieder ab. Wir ärgern die Schlange mit einem Stock und blitzschnell geht sie einen Baum hoch. Nach knapp 2 Minuten haben wir sie in etwa 20 Metern Höhe aus den Augen verloren und die Familie wendet sich wieder dem Baden zu. Ich verabschiede mich und fahre weiter. In einem Dorf esse ich noch einmal einfach aber gut, dann bin ist es Abend. In Cancun tanke ich, ziehe mich um, gebe das Fahrzeug ab und komme ohne weitere Probleme und Höhepunkte auf den Airport und zum Flieger.
Fazit: Ich kann nicht für ganz Mexico sprechen, aber Yucatan ist absolut eine Reise wert. Ich denke, ohne Problem kann man 4 bis 6 Wochen nur auf der Halbinsel verbringen. Ich habe mich zu jedem Zeitpunkt sicher gefühlt und hatte auch keine Bedenken, auch nur bestohlen zu werden. Dennoch sollte man sich natürlich dem gesunden Menscheverstand entsprechend verhalten. Wie es in den Touristenhochburgen ist, kann ich nicht einschätzen, da ich gerade solche Orte bemüht bin zu vermeiden.
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